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Zum Patronat
unserer Pfarrkirche
St. Laurentius Wir hatten speziell
gefragt: "1. Seit wann besteht Ihre LaurentiusPfarrei? 2. Seit wann steht
die jetzige Pfarrkirche? Die Ergebnisse
sind interessant und vielfältig: Von Festschriften bis zu Kirchenführern
und Fotokopien, von Nachrichtenblättern bis zu Handzetteln mit Martyriumsdarstellungen
und Laurentius Liedern. Ich empfinde die Reaktionen als dankenswert. Aber
im Sinne meiner Grundfragen: "Welche religiöse Ausstrahlung wird vom Patrozinium
erkennbar? Was aus der Tradition des Verhältnisses einer Gemeinde zu ihrem
Pfarrpatron wäre wiederzubeleben?" habe ich kaum Antwort erhalten. Eher
von einem Gespräch mit Herrn Dr. theol. habil. Wolfgang Seibrich, der
schon für das Dalberger Jubiläum tätig war: Er wußte sehr viel über unsere
regionale Siedlungs und Kirchengeschichte und auch speziell über die frühen
Formen des religiösen Lebens in unserem Land, über Patrozinien von Kirchen
und Kapellen, über die Bedeutung und Wandlungen der "Altäre" und über
36 die Kirchenorganisation samt personeller Praxis in den Gemeinden. Da
kamen wir auf einen möglichen Zusammenhang mit Trier und Speyer und er
stellte die Vermutung auf, daß der Erzbischof von Trier nach dem Vorbild
Rom sieben "Hauptkirchen" und eben auch eine St.Laurentius Kirche in der
Stadt haben wollte. Eine andere Vermutung bezieht sich auf Speyer und
die Salier, die sicherlich Macht in unserer Region zwischen Rhein und
Hunsrück hatten. St. Laurentius erhielt eine besondere Bedeutung, weil
der Sieg Ottos des Großen über die Ungarn auf dem Lechfeld 955 am 10.
August 955 unter dem besonderen Schutz des heiligen Laurentius gestanden
hatte, der damit sich als "stärker erwiesen" hatte als der "böse Feind". Unsere "Mutterkirche" in Rom Wie gesagt, ließ
Konstantin, der Kaiser, der den Christen glauben als Staatsreligion einführte,
über dem Sarkophag des heiligen Laurentius schon 330 eine Basilika zu
Ehren unseres Heiligen bauen. Sie gehört zu den Pilgerkirchen, die Rompilger
besuchen "mußten", um den Ablaß zu ge winnen. In den Kriegswirren während
und nach der Völ kerwanderung war sie von Festüngsmauern umgeben. In der
Mitte des 6. Jahrhunderts (da wird wahrscheinlich in unserer Gegend fränkisch
"kolonisert") wurde das Heili gengrab freigelegt, so daß man es von den
Emporen aus sehen konnte. Später, als der Kirchenbau von Wasserein bruch
und Verfall bedroht war, sollte sie "aufgegeben" . Doch Papst Pelaglills
11. ließ das umgebende Land trockenlegen und die Kirche zur bedeutenden
gbasilica inaior" erweitern und verschönern (8. bis 9. Jahrhuhdert). Im
13. Jahrhundert schließt Papst Honorius 111. einen neuen Bau an die alte
epelagianische Basilika", so daß wir heute noch unter einem Dach zwei
nicht ganz fluchtgerechte Kirchenschiffe erkennen: den pelagianischen
Teil mit einem eindrucksvollen Triumphbogen und dem zum "Ziborium" gestalteten
Grabmalsaltar (s. Foto mit Christus als Weltenherr, Paulus, Stephanus
und HyPpolitus rechts von ihm, sowie Petrus, Laurentius und Pelagius zur
Linken). Wie fast alle Kirchen mußte auch "San Lorenzo al (campo) Verano
(fuori Je mura)" mehrmals restauriert werden. Zuletzt nach einem amerikanischen
Bombenangriff 1943 mit verheerenden Folgen in diesem Stadtteil. Der Papst
der Weltkriegsjahre, Pius XII., hatte aus diesem Anlaß alles greifbare
Geld des Vatikans zusammengenommen, den Vatikan erstmals seit Jahrzehnten
verlassen und der betroffenen Bevölkerung persönlich geholfen, was ihm
noch heute besondere Verehrung sichert - vielleicht in Nachfolge des heiligen
Laurentius. in dieser Untersuchung haben wir einiges Neue erfahren, recht
wenig!
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