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St. Laurentius in Wallhausen

Zum Patronat unserer Pfarrkirche St. Laurentius
Fortsetzung

Wir hatten speziell gefragt: "1. Seit wann besteht Ihre LaurentiusPfarrei? 2. Seit wann steht die jetzige Pfarrkirche?
3. Was ist von ihrem Schicksal im Laufe der Jahrhunderte bekannt? 4. Gibt es besonderes Brauchtum anläßlich des Patronatsfestes? 5. Gibt es überhaupt Brauchtumsüberlieferungen im Zusammenhang mit dem heiligen Laurentius?"

Die Ergebnisse sind interessant und vielfältig: Von Festschriften bis zu Kirchenführern und Fotokopien, von Nachrichtenblättern bis zu Handzetteln mit Martyriumsdarstellungen und Laurentius Liedern. Ich empfinde die Reaktionen als dankenswert. Aber im Sinne meiner Grundfragen: "Welche religiöse Ausstrahlung wird vom Patrozinium erkennbar? Was aus der Tradition des Verhältnisses einer Gemeinde zu ihrem Pfarrpatron wäre wiederzubeleben?" habe ich kaum Antwort erhalten. Eher von einem Gespräch mit Herrn Dr. theol. habil. Wolfgang Seibrich, der schon für das Dalberger Jubiläum tätig war: Er wußte sehr viel über unsere regionale Siedlungs und Kirchengeschichte und auch speziell über die frühen Formen des religiösen Lebens in unserem Land, über Patrozinien von Kirchen und Kapellen, über die Bedeutung und Wandlungen der "Altäre" und über 36 die Kirchenorganisation samt personeller Praxis in den Gemeinden. Da kamen wir auf einen möglichen Zusammenhang mit Trier und Speyer und er stellte die Vermutung auf, daß der Erzbischof von Trier nach dem Vorbild Rom sieben "Hauptkirchen" und eben auch eine St.Laurentius Kirche in der Stadt haben wollte. Eine andere Vermutung bezieht sich auf Speyer und die Salier, die sicherlich Macht in unserer Region zwischen Rhein und Hunsrück hatten. St. Laurentius erhielt eine besondere Bedeutung, weil der Sieg Ottos des Großen über die Ungarn auf dem Lechfeld 955 am 10. August 955 unter dem besonderen Schutz des heiligen Laurentius gestanden hatte, der damit sich als "stärker erwiesen" hatte als der "böse Feind".
Solche besondere Hilfe Gottes, verbunden mit der Kraft eines Heiligen, bedeutet Vertrauen für das Leben der Kirchengemeinde, die im Mittelalter auch als "Bruderschaft" bezeichnet wird.
So kann doch von einem Fund aus den eingegangenen Antworten berichtet werden: Nach der "Neugestaltung der Laurentiuskapelle in Hülzweiler" wird im "Nachrichtenblatt" der saarländischen Gemeinde berichtet: "Eine alte Chronik bestätigt, daß im Jahr 1445 schon 17 Männer der Lorenzbruderschaft angehörten." Zweck und Aufgaben dieser Bruderschaft werden nicht bezeich riet; es kann aber wohl nicht mehr eine Kirchengemeinde werden gemeint sein, sondern ein Männerbund. In einem "Weißthumb in Hultzwiler" von 1513 wird von "Brun nen und Kapell" gesprochen; "daselbsten wird Jahrs uff Laurenty eine Bittfahrt gesucht und um solcher Menge und Zusammenkunft des Volkes Willen wird ein Markt und Kirbe gehalten." Die Kapelle - mehrmals zer stört und aufgebaut, wie urkundlich gut belegt - besteht seit 1984 wieder in ansehnlicher Form mit einer alten "Drei Mareien" - Plastik und gilt als die vielleicht älteste Kapelle des Saarlandes.

Unsere "Mutterkirche" in Rom

Wie gesagt, ließ Konstantin, der Kaiser, der den Christen glauben als Staatsreligion einführte, über dem Sarkophag des heiligen Laurentius schon 330 eine Basilika zu Ehren unseres Heiligen bauen. Sie gehört zu den Pilgerkirchen, die Rompilger besuchen "mußten", um den Ablaß zu ge winnen. In den Kriegswirren während und nach der Völ kerwanderung war sie von Festüngsmauern umgeben. In der Mitte des 6. Jahrhunderts (da wird wahrscheinlich in unserer Gegend fränkisch "kolonisert") wurde das Heili gengrab freigelegt, so daß man es von den Emporen aus sehen konnte. Später, als der Kirchenbau von Wasserein bruch und Verfall bedroht war, sollte sie "aufgegeben" . Doch Papst Pelaglills 11. ließ das umgebende Land trockenlegen und die Kirche zur bedeutenden gbasilica inaior" erweitern und verschönern (8. bis 9. Jahrhuhdert). Im 13. Jahrhundert schließt Papst Honorius 111. einen neuen Bau an die alte epelagianische Basilika", so daß wir heute noch unter einem Dach zwei nicht ganz fluchtgerechte Kirchenschiffe erkennen: den pelagianischen Teil mit einem eindrucksvollen Triumphbogen und dem zum "Ziborium" gestalteten Grabmalsaltar (s. Foto mit Christus als Weltenherr, Paulus, Stephanus und HyPpolitus rechts von ihm, sowie Petrus, Laurentius und Pelagius zur Linken). Wie fast alle Kirchen mußte auch "San Lorenzo al (campo) Verano (fuori Je mura)" mehrmals restauriert werden. Zuletzt nach einem amerikanischen Bombenangriff 1943 mit verheerenden Folgen in diesem Stadtteil. Der Papst der Weltkriegsjahre, Pius XII., hatte aus diesem Anlaß alles greifbare Geld des Vatikans zusammengenommen, den Vatikan erstmals seit Jahrzehnten verlassen und der betroffenen Bevölkerung persönlich geholfen, was ihm noch heute besondere Verehrung sichert - vielleicht in Nachfolge des heiligen Laurentius. in dieser Untersuchung haben wir einiges Neue erfahren, recht wenig!
Von nun an muß in alten Archiven geforscht werden, was aus früheren Jahrhunderten wiederentdeckt werden kann.

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