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Wissenswertes

Die Veredlung

Trauben erweisen sich als Multitalent. Es gibt kaum eine Frucht, die in so vielfältigen Variationen auf den Markt gebracht wird - ob flüssig, als Wein, Sekt und Saft, oder fest, als Tafeltraube, Rosine und Sultanine – der Verwendungsmöglichkeit der roten und weißen Traubensorten sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Kein Wunder also, dass etliche Winzer den Rohstoff Trauben in vielen veredelten Varianten anbieten. Hier eine kurze Übersicht:

 

Winzersekt

Sekt gehört zu den Getränken, die sich bei den Bundesbürgern großer Beliebtheit erfreuen. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 5 Liter sind die Deutschen Weltmeister im Schaumweingenuss. Den Trend zur Qualität mit besonderen Sektspezialitäten nutzen immer mehr kleinere Produzenten mit großem Erfolg. Fast jedes Weingut hat inzwischen eigene Sekte anzubieten in individueller Qualität, die Markensekte in Millionenauflage kaum erreichen können.

Die Sektherstellung

Die Sektherstellung erfolgt durch eine zweite Gärung, ein fertiger Grundwein wird mit einer geringen Menge Zucker und Hefe versetzt und dadurch nochmals in Gärung gebracht. Die natürliche Kohlensäure, die dabei entsteht, bleibt erhalten und wird zu dem entscheidenden Produktmerkmal des schäumenden Weines. Qualitätsmerkmal für Sekt ist in erster Linie der Grundwein, in zweiter Linie das Herstellungsverfahren. Ein guter Sektgrundwein sollte bestimmte Voraussetzungen erfüllen, z. B. beim Alkoholgehalt (80 - 85 g/l) oder bei der Gesamtsäure (7 - 10 g/l). Der Gerbstoffgehalt sollte bei Weißweinen niedrig liegen, ebenso wie der pH-Wert. Der Winzer schätzt individuelle, kleine Partien zur Versektung. Deshalb wird hier häufig die klassische Flaschenenthefung angewendet.

 

 



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Das traditionelle oder klassische Verfahren: Die zweite Gärung erfolgt in der Flasche. Die einzelnen Flaschen werden dann gerüttelt - entweder maschinell oder von Hand - bis die Hefe sich als Depot am Flaschenhals wie ein Pfropfen abgesetzt hat. Dann wird die Hefe entfernt (= degorgieren), ohne dass der Sekt die Flasche verlässt. Dies ist die aufwendigste und teuerste Methode, die auf der Flasche entsprechend gekennzeichnet werden darf. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass das traditionelle Flaschengärverfahren in der Regel dann nachweisbare Qualitätsunterschiede bringt, wenn nach der zweiten Gärung eine lange Lagerung auf der Hefe erfolgt, zum Beispiel länger als ein Jahr. Solange der Sekt auf der Hefe liegt, bleibt das Produkt relativ stabil. Mit dem Degorgieren beschleunigt sich die Reife und der Alterungsprozess beginnt. Deshalb sollte Sekt, je nach Art, im ersten bis dritten Jahr nach dem Degorgieren getrunken werden.

 

Tresterbrand

Trester-, Hefe- und Traubenbrände eignen sich hervorragend als Digestif, als gelungener Abschluss eines guten Essens. Tresterbrand wird durch die Destillation der Weintrester, also der nach der Weinpressung verbleibenden Rückstände (Schalen, Traubenkernen, geringe Mengen an Fruchtfleisch, geringe Mengen an Traubenmost und Wein sowie Heferückstände und manchmal auch Traubenstiele) gewonnen. Die Qualität des Endproduktes hängt im höchsten Maße von der Qualität des Tresters, aber auch der möglichst umgehenden Verarbeitung des frischen Materials ab. Rotweintrester sollte, da er bereits vergoren ist, möglichst innerhalb weniger Stunden verarbeitet werden. Im Gegensatz dazu müssen Weißweintrester erst noch einen Gärungsprozess durchlaufen, ehe sie destilliert werden können. Viele Brennmeister schwören dabei auf die Dampfdestillation oder auf die Erhitzung im Wasserbad. Bei letzterem wird der Trester mit gleichen Anteilen Wasser gemischt und im Brennkessel durch ein Wasserbad langsam erhitzt. Bei der Dampfdestillation kommt der Trester ohne Flüssigkeitszusatz in den Brennkessel. Von unten strömt Dampf ein und verflüchtigt den Alkohol und die Aromastoffe. Erst danach setzt die Kunst des Destillierens ein. Beim Brennen entwickeln sich unangenehm riechende und schmeckende Fuselöle und andere unwillkommene chemische Verbindungen wie Methylalkohol, das essigsaure Aldehyd und der Essigsäureäthylester, die sich im Vorlauf, dem "Kopf" und am Ende, dem "Schwanz" befinden. Trennt man zuviel von beiden ab, beraubt man den Trester eines wichtigen Teils der Frucht und der Aromen. Schneidet man zuwenig ab, gelangen gesundheitsgefährdende und geschmacksstörende Substanzen in das Endprodukt. Da sich im "Schwanz" der höchste Gehalt an Duft- und Aromastoffen befindet, wird dieser nicht selten noch zwei- bis viermal destilliert, um so die optimale Reinheit des Destillats zu erreichen.

Die eigentliche Kunst des Brennens besteht darin, die Temperatur zu bestimmen, bei der man "Kopf" und "Schwanz" vom feinen Herzstück trennt. Erst nachdem der Trester in Glas-, Edelstahltanks oder Holzfässern bis zu sechs Jahre oder noch länger reifte, wird das Produkt auf die gewünschte Trinkstärke (mind. 37,5% Vol.) herabgesetzt.

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Hefebrand

Beim ersten Abstich der vergorenen Weine wird der Wein von der Hefe getrennt. Der Heferückstand wird destilliert, wobei ein dem Trester ähnliches Produkt mit einem ausgeprägten Hefeton entsteht.

Weinbrand

Zur Weinbranddestillation wird der Wein in einer Brennblase über Dampf oder im Wasserbad erhitzt. Das weitere Brennverfahren unterscheidet sich kaum von dem Verfahren des Tresters. Auch hier ist die Qualität der Ausgangsprodukte mitbestimmend für die Güte des Weinbrandes. Der Geschmack des Weinbrands wird dann schließlich noch durch die anschließende Reifung beeinflusst, für die gerne kleinere Eichenholzfässer benutzt werden, die eine optimale Reifung ermöglichen sollen. Durch die Lagerung in Holzfässern erhält der Weinbrand auch seine typische Farbe.

Traubenbrand

Beim Traubenbrand handelt es sich – im Gegensatz zum Weinbrand - um einen Obstler. Das Destillat wird aus der vollen Frucht oder aus Maische gewonnen, ohne Zusatz von zuckerhaltigen Stoffen, Zucker oder Alkohol. Der Alkoholgehalt im Endprodukt muss mindestens 38 Volumenprozent betragen.

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Alkoholreduzierter Wein

Entgegen weitverbreitetem Glauben gibt es keine alkoholfreien, sondern nur teilentalkoholisierte Weine. Bei der Entalkoholisierung wird ein hohes Vakuum aufgebaut, das erlaubt, über die Erwärmung des Weines auf 32 bis 36° C den Alkohol auf schonende Weise zu entziehen. Durch die sofortige Rückkühlung soll die Frische und Fruchtigkeit optimal erhalten werden. Aromastoffe, die sich während des Verfahrens verflüchtigen, werden aufgefangen und dem Wein direkt wieder zugeführt.

 

Weinessig - Nicht alles ist Essig

Weinliebhaber entdecken zunehmend den Weinessig als "i-Tüpfelchen" kulinarischer Genüsse. Weinessig entsteht aus dem Wein, dem spezielle, Essigsäure bildende Bakterien zugesetzt werden, die den Wein in einer erneuten Gärung zu Essig vergären. Schließlich wird der Essig noch in einem Holzfass gelagert, in dem er oxidiert und Farbe gewinnt. Je nach Qualität des Endproduktes lagert der Essig danach noch bis zu einem Jahr im Fass. Das Endprodukt hat im allgemeinen sechs Prozent Essigsäure.

 

 

 

 

 

Traubenkernöl

Traubenkernöl ist ein aus den getrockneten Kernen der Weintraube extrahiertes Speiseöl. Goldgelb bis oliv in der Farbe. Der Geschmack ist süßlich-bitter. Das Öl wird wegen seines hohen Linolsäuregehaltes sehr geschätzt.

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