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Brennholz,
ein bisschen mehr als nur ein Heizmittel
Holz,
als ältester Brennstoff der Menschheit, war bis zu Beginn des letzten
Jahrhunderts neben Wind und Wasser der wichtigste Energielieferant
in Europa. Nach dem 2. Weltkrieg durch die "billigen" und scheinbar
unerschöpflichen Energieträger Erdöl und Erdgas verdrängt, erfährt
das Brennholz heute, insbesondere wegen seiner Umweltfreundlichkeit,
wieder zunehmende Beachtung.
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Brennwerte
der verschiedenen Nadel- und Laubhölzer in KW/h
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| Holzart |
Brennwert/fm |
Brennwert/rm |
Brennwert/Kg |
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Laubhölzer
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| Ahorn |
2600 |
1900 |
4,1 |
| Birke
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2700 |
1900 |
4,3 |
| Buche |
2800 |
2100 |
4,0 |
| Eiche |
2900 |
2100 |
4,2 |
| Erle |
2100 |
1500 |
4,1 |
| Esche |
2900 |
2100 |
4,2 |
| Pappel |
1700 |
1200 |
4,1 |
| Robinie |
3000 |
2100 |
4,1 |
| Ulme |
2800 |
1900 |
4,1 |
| Weide |
2000 |
1400 |
4,1 |
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Nadelhölzer
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| Douglasie |
2200 |
1700 |
4,4 |
| Fichte
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2100 |
1500 |
4,5 |
| Kiefer |
2300 |
1700 |
4,4 |
| Lärche |
2300 |
1700 |
4,4 |
| Tanne |
2000 |
1400 |
4,5 |
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Seitenanfang
Die Eignung des Holzes
als Heizmaterial gründet sich auf seinen Heizwert, seine Entzündlichkeit
und seine Brenneigenschaften.
Der Heizwert
des Holzes ist um so größer, je mehr Harze und Lignine darin
enthalten sind.
Nadelholz besitzt einen höheren Anteil dieser Holzbestandteile pro
Gewichtseinheit und hat daher auch einen höheren Heizwert als Laubholz.
Da die Laubhölzer jedoch eine höhere Dichte besitzen, ist deren
Heizwert je Volumeneinheit deutlich höher.
Der Rottenburger Fachhochschul-Professor Hans-Peter Ebert gibt in
seinem Werk "Holzfeuerung für alle Ofenarten" für unsere heimischen
Hauptbaumarten folgende Heizwerte je Raummeter bzw. je kg an:
Entscheidender
Anteil am Heizwert des Holzes hat jedoch der Wassergehalt des
Holzes. So sagt man, daß frisch eingeschlagenes Holz bis zu 50 %
seines Gewichtes Wasser enthalten kann.
Nach mindestens einjähriger trockener Lagerung ist das Holz "lufttrocken"
und enthält dann nur noch 15 - 20 % Wasser. Wird das Holz im nassen
Zustand verbrannt, muß das Wasser zuerst herausgekocht werden bevor
die eigentliche Verbrennung des Holzes erfolgen kann. Das hat neben
dem Heizwertverlust zur Folge, daß durch die Verbrennung bei abgesenkter
Temperatur nicht mehr alle Holzbestandteile vollständig verbrennen
können. Holzgase verlassen unverbrannt den Schornstein oder schlagen
sich gar als Teer und Ruß im Schornstein nieder. Dies isoliert die
wärmeabgebenden Teile des Kamins und trägt bei Entweichung in die
Atmosphäre, zur Luftverschmutzung bei. Feuchtes Holz zu verbrennen
ist also nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch stark umweltbelastend.
Bestmögliche
Heizwertausnutzung
Die rasche Trocknung des Brennholzes erreicht man am einfachsten
durch die sachgerechte Aufarbeitung und Lagerung. So kann v. a.
beim Laubholz die "Laubtrocknung" ausgenutzt werden. Das bedeutet,
daß nach der Fällung der Hölzer Äste und Blätter ca. 4 Wochen am
Stamm verbleiben. Da die Bäume Wasser über die Blätter verdunsten,
geht die Trocknung auf diese Weise sehr viel schneller vonstatten.
Bei Nadelhölzern ist dies nur zu empfehlen, sofern keine Gefahr
der Borkenkäfervermehrung besteht.
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Trocknung
des Holzes
je kleiner zersägt
und je öfters gespalten, desto mehr vergrößert sich die gesamte
Oberfläche des Holzes. Dies führt durch größere Wasserverdunstung
zu einer raschen Austrocknung.
trockene Lagerung,
nach Möglichkeit an der Südseite eines Gebäudes.
das Holz auf
Unterlagen setzen. Dies verhindert Fäulnis und trägt durch
bessere Durchlüftung ebenfalls zur raschen Trocknung bei.
hinter der Holzbeige
soll ein ca. 5 - 10 cm breiter Spalt sein, durch den das über die
Luft austretende Wasser entweichen kann.
der Holzstapel
sollte möglichst durch ein vorgezogenes Dach gegen Schlagregen geschützt
werden.
keine Abdeckung
rundum mit Plastikfolien. Das "Schwitzwasser" kann so nicht entweichen.
keine Lagerung
von nicht lufttrockenem Holz in Kellern oder sonstigen unbelüfteten
Räumen
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Geschichte
Der
Wald hat die Entwicklung des Menschen von Anfang an begleitet. Noch
bis ins 19. Jahrhundert hatte der Wald für die Ernährung des Menschen
die entscheidende Bedeutung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nämlich
noch Schweine, Großvieh, Schafe und Ziegen zur Weide in die Wälder
getrieben. Erst mit Beginn der Stallfütterung und dem Anbau von energiereichem
Viehfutter wurde diese Nutzungsform von der Streunutzung abgelöst.
Bei dieser wurden dem Wald Nadel- und Laubstreu für die Einstreu im
Viehstall entnommen. Beide Nutzungsformen hatten für die Wälder verheerende
Folgen. Schädigung der Böden, Nährstoffentzug, Verhinderung der natürlichen
Verjüngung seien hier nur stellvertretend für viele andere schädliche
Folgen erwähnt.
Gewerbe, die heute schon teilweise in Vergessenheit geraten sind,
wie beispielsweise die Aschenbrennerei, Köhlerei, Glasverhüttung oder
Salinen, waren ausgesprochen "holzfressend". Sie setzten dem Wald
durch die Entnahme von immensen Mengen Brennholz sehr zu. Hingegen
war der Brennholzverbrauch zur Erzeugung einer warmen Stube in der
dünn besiedelten Kulturlandschaft eher unproblematisch. Alte Sprüche,
wie "Dem Wald es wenig schadet, wenn sich der Bauer mit Holz beladet"
zeugen von der damaligen Einschätzung des "Leseholz sammelns".
Nach dem 2. Weltkrieg begann der große Wandel. Brennholz wurde immer
mehr durch die "billigen" Brennstoffe Öl, Gas und Strom ersetzt.
Erst seit Anfang der siebziger Jahre hat das Interesse an Brennholz
wieder deutlich zugenommen. Der rasante Verbrauch fossiler Energieträger
mit dem damit verbundenen Anstieg des Treibhauseffektes sowie die
gefährliche Abhängigkeit von diesen Energiequellen sind die Hauptgründe
hierfür.
Gesetzliche Regelungen, wie z.B. die Verpackungsverordnung ( Stichwort:
Rücknahmepflicht von Paletten und Kisten ) sowie die Altpapierverordnung,
erschweren dem Waldbesitz den Absatz von Schwachholzsortimenten. Bei
der Suche nach neuen Absatzmärkten für die bei der Waldpflege zwangsläufig
mitanfallenden Hölzer spielt die thermische Verwertung von Holz eine
wesentliche Rolle. |
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Wirtschaftlicher
Aspekt
Die Aufarbeitung
von Brennholz ist in den letzten Jahren finanziell zunehmend
interessanter geworden. Dafür gibt es folgende Gründe:
Die bei der Waldpflege mitanfallenden Schwachhölzer können aufgrund
ihrer schwachen Dimension und/oder Ihrer schlechten Qualität keinem
höheren Verwendungszweck, wie z.B. der Furnier-, Möbel- oder Bauholzherstellung,
zugeführt werden. Abnehmer dafür sind vielmehr die papier-, zellstoff-
und spanplattenerzeugende Industrie oder die Bezieher von Brennholz.
In Baden-Württemberg werden vom Gesamteinschlag von ca. 8-9 Mio
Festmetern ca. 20 % als Industrieholz und 7 % als Brennholz aufgearbeitet.
8 % des Gesamteinschlags sind Hölzer, die vom Forstbetrieb nicht
aufbereitet werden, weil die Verkaufserlöse die Aufarbeitungskosten
nicht decken. Solche Hölzer bleiben an Ort und Stelle im Reisig
liegen und werden teilweise als Reisschläge zu niederen Preisen
an eine Vielzahl von Privatpersonen abgegeben.
Während die Nachfrage (z.B. durch verstärkten Altpapiereinsatz bei
der Papierherstellung) und die Preisentwicklung für Industrieholz
seit Jahren insgesamt gesehen rückläufig sind, fand Brennholz sowohl
in der Vergangenheit als auch gegenwärtig guten Absatz zu zufriedenstellenden
Preisen.
Waldbesitzer sind bei gesichertem Absatz also gut daran beraten,
ihre schwachen Hölzer als Brennholz zu verkaufen.
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Aufbereitungsformen
Brennholz
wird vom Waldbesitzer in verschiedenen Formen angeboten. Die gebräuchlichsten
Formen sind:
Flächenlos
Der zuständige Förster weist dem Käufer eine markierte Parzelle
zu, auf der der Käufer das noch nicht zugerichtete Holz selbst aufarbeiten
kann. Diese Form des Heizholzverkaufes - besser unter "Reisschlag"
bekannt - ist die preiswerteste Möglichkeit des Bezugs von Brennholz.
Flächenlose werden vielerorts versteigert.
Schichtholz
Meist 1 m lange Holzstücke aus Stammteilen oder stärkeren
Ästen werden zu Stößen aufgeschichtet. Verkaufsmaß ist der Raummeter,
ein 1 m langer, 1 m breiter und 1 m tiefer Holzstoß mit Luftzwischenräumen.
1 Raummetern entspricht 0,7 m3 reiner Holzmasse
ohne Rinde. Weil die Aufbereitung in dieser Form recht arbeitsintensiv
ist, wird dem Käufer von Schichtholz hierfür ein höherer Preis abverlangt.
Brennholz lang
Längere Baumstammstücke werden meist an gut befahrbaren
Wegen gelagert. Die Menge wird vom Forstamt geschätzt oder mittels
Durchmesser und Länge errechnet. Verkaufseinheit ist der Festmeter,
also 1 m3 reine Holzmasse ohne Zwischenräume.
Weil bei dieser Art dem Verkäufer keine Einschneidekosten und keine
Kosten für das Aufschichten von Holzstößen entstehen, ist Brennholz
lang billiger als Schichtholz. |
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Bedeutung
für die Umwelt
Der
ökologische Vorteil von Brennholz als Ersatz für die nur
begrenzt vorhandenen fossilen Energieträger (z.B.Erdöl, Steinkohle
oder Erdgas) gewinnt künftig an Bedeutung.
Bei der Verbrennung von Erdöl entsteht u. a. Kohlendioxid (CO2).
Nimmt dessen Anteil in der Atmosphäre über Gebühr zu, so trägt es
zum Treibhauseffekt
und der damit verbundenen, unerwünschten Erwärmung der Erdoberfläche
bei.
Beim Aufbau von Holz entzieht der Wald der Atmosphäre dieses Gas
und legt es gebunden im Holz längerfristig fest.
Unser Wald wird nachhaltig bewirtschaftet. Dies bedeutet, daß im
selben Zeitraum mindestens soviel Holz nachwächst, wie geerntet
bzw. verbrannt wird. Ganz egal ob das Holz langsam verrottend im
Wald liegt oder verbrannt wird, die Nutzung des Waldes ist immer
CO2-neutral. Im Gegensatz hierzu wird über die Verbrennung
von Erdöl und Erdgas, bisher in der Erde fixiertes CO2,
zusätzlich zum bereits vorhandenen Kohlendioxid in die Atmosphäre
abgegeben und dort angereichert. Hier liegt der wesentliche Vorteil
des Brennstoffes Holz !
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